Les Sauteurs – Flüchtlinge am Zaun vor dem europäischen Melilla in Afrika

25. Januar 2017. Eine kleine Delegation des Filmclubs Hohenlohe findet sich im Kino im Schafstall ein. Es geht um eine Dokumentation die sie sich ansehen wollen. Lernen für die Praxis, aber auch das Thema interessiert. Das Thema ist bekannt, Flüchtlinge. Aber eine, mit einen anderen Blickwinkel. Das machte das Thema interessant für den Filmclub. Den im Club würde keiner seine Video-Kamera einem Fremden geben und sagen filme mal was dir wichtig ist. Ich komme in drei Wochen wieder.

So geschehen in „Les Sauteurs“. Leider war mit dem Titel dann auch schon einer der Punkte erreicht, die das verfolgen des Filmes etwas schwierig macht. Wer französisch kann ist im Vorteil. Die englischen Untertitel mitzulesen macht es nicht leicht den Bildern zu folgen. Die wirken für mich zeitweise langatmig. Wenn man aber bedenkt, dass Abour Bakar Sidibé eineinhalb Jahre auf dem Berg vor dem großen Zaun verbracht hat, kann das durch den Film nur angedeutet werden.Viele geben aus Verzweiflung auf.

Moritz Siebert, einer der Regisseure, steht nach der Vorführung den Fragen der Zuschauer zur Verfügung. Siebert erzählt die Entstehungsgeschichte des Films und die Eigendynamik, die es bekommen hat, da Sidibé auf sich allein gestellt filmte was für ihn wichtig war. So zeigt es den Lageralltag, von der Besorgung von Lebensmitteln im nahen Dorf über die Körperhygiene bis hin zu den Polizeieinsätzen, die das Lager regelmäßig zerstörten. Eine Frage der Zuschauer geht in Richtung Frauen, die im Film fast nicht zu sehen sind. Diese Art des Grenzübertritts ist nichts für Frauen und Kinder, erklärt Siebert, sie befinden sich in einem anderen Lager in der Nähe und versuchen durch Schleuser in PKW oder LKW über die Grenze zu kommen. Das hier ist zu gefährlich, es gibt regelmäßig Tote. Dies, wenn tausend Flüchtlinge auf einmal den Zaun stürmen und das ich regelmäßigen Intervallen.

Wenn man sich den Film bewusst ansieht, was diese Leute wie Sidibé treibt ihre Zukunft in Europa zu suchen. Drei Jahren benötigte Sidibé von seinem Heimatdorf bis zur Grenze. Eineinhalb Jahre harrte er vor dem Zaun aus. Und besteht für Menschen aus Mali eine Anerkennungsquota von 2 %. Dies obwohl die Bundeswehr in 2017 auf 1000 Mann ausgestockt wird, weil es dort so unruhig ist.

Siebert freut sich auch, dass so viele Besucher gekommen sind. Im nicht-kommerziellen Programmkino „Schafstall“ des Club Alpha sind die 180 Plätze zu dreiviertel belegt. Mehr als in Berlin, da waren es acht. Liegt es dran, dass Siebert in Schwäbisch Hall geboren wurde?

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