Filmton

  1. Die Sprache. Sie umfasst sowohl den O-Ton (z.B. bei einem Interview) wie auch den Kommentar bzw. den Dialog im Spielfilm.
  2. Die Atmosphäre – live aufgenommen oder aus dem Tonarchiv. Die Profis sprechen hier von Soundscape und meinen damit eine Tonlandschaft, die typisch ist für einen bestimmten Ort. Der Klang einer Markthalle zum Beispiel oder der einer belebten Einkaufsstraße.
  3. Die Musik – und zwar in ihrer gestalterischen Funktion, eine Bildaussage zu unterstützen, zu verstärken, zu überhöhen oder auch zu verfremden.
  4. Akkustische Spezialeffekte. Das sind künstliche, meist elektronisch generiert Klänge oder Klangmischungen, um Bildinhalte ebenso wie Schnitte und Blenden mit unrealen Klängen zu überhöhen. So wie es beispielsweise bei Weltraum-Bildern geschieht oder wenn Übergänge mit einem Geräusch tonlich markiert werden (ergänzende Anmerkung: Im Fachjargon spricht man heute von sogenannten „Whooshes“).
  5. Spezielle Einzelgeräusche. Gemeint sind alle von Menschen direkt verursachten Geräusche wie Schritte, Kleidungsgeräusche, Bewegungen, Handlungen mit Requisiten usw. Mit diesen tonlichen Akzenten wird die Präsenz des Bildgeschehens enorm verstärkt. Im Profibereich werden diese Geräusche immer nachsynchronisiert. Das ist übrigens die große Stunde der Geräuschemacher, denn in der Regel wirken ihre Geräusche echter als der Liveton.

Filmton ist also ein aus Sprache, Musik, Atmos, Geräuschen und Effekten minuziös komponiertes Klanggewebe. – Und wo steht da der Amateurfilm? Von einzelnen Pionieren abgesehen beginnen für mein Empfinden die meisten gerade erst, die Gestaltungsmöglichkeiten beim Filmton zu entdecken. Dabei weiß doch jeder von uns, wie enorm ein Film durch eine gute Tongestaltung gewinnen kann. Grundlegende handwerkliche Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein: Wie macht man eine saubere Tonaufnahme? Wie vermeidet man Übersteuerungen? Wie pegelt man den Ton richtig ein? Wie treffe ich das richtige Mischungsverhältnis der verschiedenen Tonquellen?

Quelle: Harald Schleicher und Alexander Urban (Hrsg.) „Filme machen“ (Technik – Gestaltung – Kunst), Zweitausendeins-Verlag, Frankfurt/Main

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