Kinostart Elser in Schwäbisch Hall beginnt mit Beitrag des Filmclubs

Nur 13 Minuten fehlten Georg Elser und er hätte die Weltgeschichte verändern können. Es waren die 13 Minuten, die Adolf Hitler  am 08. November 1939 den Festsaal des Münchner Bürgerbräukellers früher verließ als geplant. Elser, ein Schreiner aus dem schwäbischen Königsbronn, hatte früh erkannt, dass Adolf Hitler das Deutsche Reich ins Verderben führen würde. Deutlich waren für ihn die Zeichen auf Diffamierung und Verfolgung von Andersdenkenden, so dass es für ihn nur einen Weg gab. Die nationalsozialistische Führung musste ausgeschaltet werden. Mit akribischer Präzision plante er das Attentat. Nahm Stellungen in Firmen an, um an Sprengstoff und Zünder heranzukommen und ließ sich im Bürgerbräukeller mehrfach zur Installation der Bombe einschließen. Noch vor dem Attentat wollte Elser sich in die Schweiz absetzen, wurde aber bei Konstanz an der Grenze festgenommen. Im Gestapohauptquartier wurde er gefoltert, verhört und anschließend im KZ Dachau untergebracht. Bis knapp einen Monat vor Kriegsende, also nach 5 1/2 Jahren Haft, wurde Elser am 9. April 1945 hingerichtet.

Georg Elser war als Widerstandskämpfer lange Zeit nicht bekannt. War er doch als Einzelkämpfer, Frauenheld und angeblicher Kommunist in der Nachkriegszeit nicht gerade als Held geeignet. Inzwischen gibt es zwar Filme und Denkmäler über die Widerstandskämpfer des Dritten Reichs. In diesen wird auch an Elser gedacht, jedoch scheint er in zweiter Reihe hinter den Geschwister Scholl und General Staufenberg zu stehen. Eine generelle Anerkennung dieses Mannes aus dem Volk gibt es jedoch bis heute noch nicht.

Die Dreharbeiten zum Film fanden unter anderem im Freilandmuseum  in Wackershofen bei Schwäbisch Hall statt. Der Filmclub Hohenlohe hatte die Möglichkeit dem Filmteam dabei über die Schultern zu schauen. Aus dem Aufnahmematerial des Filmclubs erstellte Frank Lauter ein „making of“. Dieses wurde vor der Filmvorführung im ausverkauften Kino Gloria am Sonntag den 12. April um 17:30 Uhr gezeigt. In dem knapp 20 minütigen Film kamen neben einigen Statisten auch die Autoren, Elser-Darsteller Christian Friedel und Regisseur Oliver Hirschbiegel zu Wort. Gezeigt wurde auch die Arbeit des Filmteams, wie zum Beispiel Szenen mehrfach gedreht wurden und wie aufwendig die Vorbereitungen des Sets war.

Nach der Vorstellung hatte das Publikum die Chance an einem regen Austausch mit  Leonie-Claire Breinersdorfer (Drehbuchautorin), Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor, Produzent), sowie Boris Ausserer (Produzent) teilzunehmen. Diskutiert wurde neben dem Thema Zivilcourage und der nicht Anerkennung von Elser wegen seiner Lebenslauf, auch der Sinn und Unsinn der Folter- und Todesszenen im Film. In Summe waren die Anmerkungen sehr positive, wie in dem Film die Geschichte und gerade seine Motive authentisch erzählt werden. Werden doch gerade die, die sagen „wir haben nichts gewusst“, oder „wir haben doch nichts tun können“ nicht gerade als Glaubwürdig dargestellt. Der Film setzt ihm so ein würdiges Denkmal.
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Von Links: Wilhelm Gärtner, Uwe Vollrath, Mariane Spiegel, Boris Ausserer, Leonie-Claire Breinersdorfer, Frank Lauter, Rolf Grünberg, Fred Breinersdorfer.

Nicht auf dem Bild ist Manuel Grünberg, der ebenfalls beim Filmen und Texten kräftig mitgearbeitet hat. So haben wir uns die Arbeit aufgeteilt, Interviews geführt und mit vier Kameras gefilmt.

Anschließend hat Frank Lauter mit Unterstützung des Teams das „making of“ geschnitten.